Überlegungen vor dem Kauf eines Graupapageien

Bevor Sie sich einen Graupapagei anschaffen, beantworten Sie sich bitte erst nachfolgende Fragen:

  1. BuchIst Ihnen bewußt, dass ein Graupapagei wie ein Kind ist? Anhänglich, liebebedürftig und stets nach Beachtung suchend? Ein Kind wird älter und ist irgendwann erwachsen, ein Graupapagei nicht. Er ist auch nach 20 Jahren noch wie ein Kind.

  2. Ein Grauer wird schonmal 60 Jahre alt. Wie alt sind Sie dann? Leben Sie dann noch? Nein? Wer wird sich wie Sie um das Tier kümmern?

  3. Haben Sie täglich mindestens 4 Stunden Zeit, um sich um ihn zu kümmern? Er liebt Gesellschaft und Beachtung!

  4. Graupapageien sind die puren Verschwender. Sie kommen aus dem Regenwald, wo es in Hülle und Fülle Früchte gibt. Sie beißen einmal in ein Stück Apfel und lassen es fallen. Sie zermatschen mal eben eine weiche Pflaume und schütteln sich, so dass alles durch die Gegend spritz. Der Dreck, der täglich auf Sie zukommt ist Ihnen bewußt?

  5. Das Tier muss täglich frisches Obst, Wasser und Körner bekommen. Obst muss immer frisch sein. Ist Ihnen bewußt, dass Sie öfters einkaufen müssen, als Sie bisher vielleicht denken?

  6. Graupapageien sind Gesellschaftstiere. Sie brauchen mindestens einen Artgenossen. Ist Ihnen klar, dass es nicht bei einem Tier bleiben kann? Wissen Sie, dass Einzelhaltung schwere physische Erkrankungen hervorrufen kann?

  7. Tragen Ihr Partner und Ihre Kinder die Entscheidung mit? Der Graupapagei ist kein Wellensittich. Wenn er ernsthaft zubeißt, kann schnell Blut fließen. Sind Sie sich darüber im Klaren, dass er Sie z.B. als Bezugsperson wählt und alle anderen, die Ihnen zu nahe kommen, als Rivalen ansehen kann?

  8. Wie wollen Sie das Tier halten? Haben Sie einen Käfig, der groß genug ist? Können Sie ihm täglich einen Freiflug gönnen? Sind Sie pingelig, wenn er mal eben was demoliert, weil er vor Neugier mal irgendwo reinbeißt?

  9. Haben Sie Nachbarn? Was denken Sie über einen Papagei, der laut, sehr laut werden kann? Hat der Vermieter evtl. Einwände? Nicht erst einmal anschaffen und dann merken, dass es ein Fehler war! Es ist ein Lebewesen, was nicht für die Launen der Menschen bestraft werden darf und im Tierheim oder Tierbasar enden soll!

  10. Wollen Sie den Papagei nur, weil er gut Stimmen und Geräusche imitieren kann? Sorry, Sie haben nichts verstanden! Der Papagei imitiert die Stimmen, weil er sich damit verständigt und an den Lebensraum anpasst. Sperren wir Sie nun mal in einen Hundezwinger, so würden Sie also bellen, um sich anzupassen! Ein Grauer kann so ziemlich jede Tonlage imitieren, d.h. aber auch, er kann extrem laut werden und extreme Töne von sich geben, die Ihnen die Ohren klingeln lassen! Warum macht ein Papagei das Telefon oder die Türklingel nach? Ganz einfach, weil er merkt, dass Sie bei diesem Geräusch ans Telefon oder die Tür gehen. Also denkt das Tier, mach ich das auch, kommt er auch zu mir.

  11. Wollen Sie auch mal in den Urlaub? Mal 2 Wochen weg? Wer kümmert sich dann um den/die Grauen? Haben Sie Verwandte, die sich das zutrauen - die jeden Tag Zeit zum Füttern haben und jeden Tag ein paar Stunden dem Vogel die nötige Aufmerksamkeit bieten können?

  12. Zu guter letzt noch zum Geld. Ein großer Käfig kostet 250 Euro und mehr. Das Zubehör zusätzlich ca. 100 Euro. Futter und Co. sind auch nicht umsonst. Aber der Graue selbst kostet auch. 600-1.000 Euro kostet ein Grauer - zwei somit 1.200 - 2.000 Euro! Sind Sie sich auch über die Kosten bewußt?
Ein Graupapagei ist eine Anschaffung für ganze Leben! Mindestens ein zweiter Graupapagei gehört dazu - es ist ein Schwarmvogel mit starker gesellschaftlicher Bindung. Ist diese gestört, so stört dies die Psyche des Vogels und er wird schwer krank. Immer wieder ist zu lesen, dass Graupapageien abgegeben werden sollen, weil mittlerweile die Zeit fehlt oder man einfach die Lust an den Tieren verloren hat. Solche Fälle beweisen, dass der Mensch, an der Spitze der Nahrungskette, die Intelligenz die ihm die Evolution beschehrte zum Schaden einen anderen Lebewesens nicht zu nutzen wußte.


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